FLOW Trail: Mehr als Gipfelblicke und Runners Highs

„Mehr als Gipfelblicke und Runners Highs” – So lautet das Motto bei FLOW Trail, der Trailrunning-Gruppe von unserem Outdoor Ministry FLOW. Als Mara – Mitarbeiterin bei FLOW – einen eigenen Lauftreff starten möchte, erlebt sie Unsicherheiten, Zweifel, aber am Ende doch: Gottes Wirken. 

Bei FLOW sind wir richtig gern hoch oben auf Berggipfeln, haben eine gute Zeit draußen und erleben dabei Gott und sein Leben in Fülle ganzheitlich. Wir glauben, dass es aber nicht nur Gottes Herz ist, dass wir ein Runners High oder einen schönen Gipfelmoment erleben. Sondern dass Gott es besonders liebt, wenn wir auch im Tal, in den unspektakulären und weniger besonderen Momenten mit ihm unterwegs sind und ihm in unserem alltäglichen Outdoor-Kontext Raum zum Wirken geben.

Ich durfte in den letzten Monaten mehrmals erleben: Räume für Gottes Wirken entstehen ganz maßgeblich da, wo normale Leute sich im normalen Alltag Gott zur Verfügung stellen.

Ein Lauftreff mit Startschwierigkeiten

Vor einiger Zeit habe ich einen regelmäßigen Lauftreff unter der Woche in München gestartet. Auch selbst besuche ich andere Lauftreffs in der Stadt, in der Hoffnung, dass Gott dadurch Menschen begegnen kann. Das ist oft richtig unsektakulär. Zu meinem eigenen Lauftreff kam erstmal gar niemand. Und auch bei anderen Lauftreffs sind die Gespräche, die entstehen, nur ein bisschen Smalltalk – und das wars. Doch mit der Zeit durfte ich sehen: Es lohnt sich, immer wieder hin zugehen, dranzubleiben und offen zu sein, was Gott vorbereitet. Und so durfte ich erleben, wie Gott mich gebraucht hat, um ein paar Läuferinnen zu begegnen.

Wenn Gott mitläuft

Luisa stand an einem verregneten Dienstagmorgen um 7 zum Lauftreff vor unserem CAMPUS HUB in München. Sie war meine erste „Teilnehmerin”, nachdem ich am Tag davor nochmal voller Glauben zu Gott gesagt hatte, dass ich vertraue, dass am nächsten Morgen jemand kommen würde. Sie hatte den Treff online gefunden und wollte einfach mal vorbeischauen. Aus dem einen Dienstagmorgen-Lauf entstanden schließlich mehrere gemeinsame Verabredungen und schließlich kam Luisa auch zu anderen Veranstaltungen in unseren CAMPUS HUB. Aber mein persönliches Highlight war, als sie sich auch zum Gottesdienst hat einladen lassen.
Wir hatten schon das ein oder andere Gespräch über den Glauben gehabt und sie war immer offen und interessiert gewesen. Sie wusste, dass ich Sonntags in den Gottesdienst gehe, sodass ich dachte, ich lade sie einfach mal dazu ein. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie der Einladung gefolgt ist und wir sogar nach dem Gottesdienst noch ausführlich über die Gedanken aus der Predigt geredet haben. In der darauffolgenden Woche schrieb sie mir:

„Ich fands übrigens wirklich schön am Sonntag! Denke immer noch über die Worte und unser Gespräch danach nach.”

Vom Lauftreff zum Gottesdienst

Luisas Geschichte ist dabei nicht die Einzige. Mit einige Läuferinnen aus den Lauftreffs konnte ich schon Gespräche über Jesus führen und sie anschließend zum Gottesdienst einladen. Eine von ihnen ist sogar schon allein gegangen, als ich einmal absagen musste. Im Anschluss schrieb sie mir: „ Es war ein soso schöner GoDi, wirklich! Richtig schöne Gedanken, Impulse, Musik, die Gemeinschaft,…”

Wie genial, dass Jesus nachzufolgen nicht heißt, dass wir immer ein mega Abenteuer-Bühnen-Programm auffahren oder uns verstellen müssen. Jesus nachzufolgen heißt: normale Menschen stellen ihr normales Leben Gott zur Verfügung und sind offen dafür, welche Begegnungen Gott vorbereitet.

Mara – Mitarbeiterin FLOW

„Irgendwann kam mal ein Pastor vorbei und meinte: ‚Hier oben ist man Gott so am nächsten, und das glaub’ ich irgendwie auch.‘“

Ein Wochenende mitarbeiten auf der Alm. Genau das hat FLOW mit einer kleinen Gruppe Anfang Juni gemacht. Der Wunsch der Gruppe war es, mit einer dienenden Haltung zu kommen – ohne festes Programm, dafür mit der Bereitschaft, Ingrid* – die Sennerin auf der Alm – in ihrem Alltag zu unterstützen. 

Dort oben in den Bergen durfte die Gruppe eine ganz besondere Art von Gottesdienst erleben.

Mitanpacken auf der Alm

Hauptsächlich stand das „schwenden” auf dem Programm – das Schneiden von Latschen, damit die Weideflächen frei bleiben. Ganz spontan ergab sich noch eine weitere Aufgabe: Der Bauer und seine Frau, denen die Alm gehört, hatten eine Wasserquelle entdeckt und sammelten Steine für einen Brunnen. Zwei Personen aus der Gruppe halfen mit, und es war schön zu sehen, wie ein Bauingenieur aus der Gruppe sein Fachwissen einbringen konnte – helfende Hände und hilfreiches Wissen.

Und etwas später bekamen sie die Info – der Brunnen spendet ordentlich Wasser!

Glaubensgespräche inmitten der Berge

Während der Essenszeiten kam die Gruppe gut ins Gespräch. Ingrid war sehr interessiert und stellte viele Fragen zum Glauben und zur Arbeit bei FLOW. Immer wieder kamen tiefere Gespräche über Glaubensthemen auf, bei denen Ingrid ihr persönliches Gottesbild teilte. Auch ihre Freundin Beate* war dabei und am Ende konnte die Gruppe den beiden ein Buch über die Auferstehung schenken.

Wie es sich für eine Gruppe Christen gehört, durfte auch die Gitarre auf dem Berg nicht fehlen. Die Gruppe sang „typische“ christliche Lieder, und Ingrid bat um die Noten des Liedes „Danke für diesen guten Morgen“. Man sieht: Es braucht nicht zwingend einen Gottesdienst oder ein Programm, um Türen für Glaubensgespräche zu öffnen – manchmal reicht allein das „Dasein“ und die Offenheit der Menschen.

Im Sommer auf dem Berg – Im Winter in Italien

Im Winter ist Ingrid in Ligurien bei der Olivenernte und wer weiß – vielleicht ist FLOW auch dort wieder mit am Start, um zu dienen und einfach, um da zu sein und vielleicht auch hier eine besondere Art von Gottesdienst zu erleben. 

Sarah Weisser

*Namen von Redaktion geändert