Von Frau zu Frau – Melanie Carstens von JOYCE im Interview

Die Frau hinter JOYCE: Melanie Carstens. Seit 2008 prägt die zweifache Mutter das erfolgreiche christliche Magazin für Frauen als Chef-Redakteurin. Neben ihrer Liebe zu spannenden Lebensgeschichten und der Freude daran, Gottes Spuren im Alltag zu entdecken, treibt sie vor allem eins an: Der Wunsch, andere Frauen zu ermutigen und zu inspirieren.
Unser Ministry CAMPUS WE hat den Spieß kurzerhand umgedreht und die leidenschaftliche Redakteurin wurde diesmal selbst  interviewt. Hier kannst du mehr über ihre Motivation, ihre Arbeit und ihre Gedanken zum Frau-Sein erfahren.

C: Wer bist du als Frau bzw. was bedeutet Frau-Sein für dich?

M:Tatsächlich würde ich erst einmal sagen, ich sehe mich einfach als Menschen – aber natürlich bin ich auch (gerne) Frau, ganz konkret: Redakteurin einer inspirierenden Zeitschrift, verheiratet und Mutter von zwei wundervollen (bereits erwachsenen) Kindern und jemand, die Gemeinde liebt und sich gerne dort ehrenamtlich einbringt.
Am wertvollsten daran, Frau zu sein, finde ich tatsächlich meine Freundinnen. Ich stelle immer wieder fest, wie schwer es Männern häufig fällt, intensive Freundschaften zu leben und zu pflegen – während für mich diese Beziehungen so wertvoll und wichtig sind.
Und ich liebe es, dass Frauen häufig Schönheit in all ihren Ausprägungen genießen und feiern können.

C: Als Redaktionsleitung trägst du Verantwortung für ein Magazin, das Frauen ermutigen und ihren Horizont erweitern möchte. Wodurch wirst du persönlich ermutigt?

M: Am meisten durch Menschen und Begegnungen! Ich finde es so inspirierend, Menschen, ihre Geschichte und ihre Beweggründe für ihr Handeln kennenzulernen. Gemeinsam mit anderen etwas zu bewegen und aufzubauen begeistert und ermutigt mich selbst auch sehr. Und ich liebe Bücher – auch da kann man so viele kluge und inspirierende Menschen und Gedanken kennenlernen, wenn man gerade keine Chance hat, unterwegs zu sein.

C: Das JOYCE Magazin möchte Frauen in ihrem Alltagsleben bestärken. Was sind deiner Erfahrung nach Herausforderungen, denen sich Frauen heute in ihrem Alltag – Freizeit, Familie oder Beruf – stellen müssen?  Und wie kann man sie dafür stärken?

M: Ich finde die größte Herausforderung für Frauen im Alltag sind nicht die einzelnen Aufgaben und Herausforderungen – sondern all den vielen Aufgaben und Herausforderungen gleichzeitig gerecht zu werden, die einem ja auch alle am Herzen liegen: man möchte seine Aufgaben im Beruf gut erfüllen, seiner Familie gerecht werden und sich häufig auch noch ehrenamtlich in der Gemeinde engagieren. Und etwas Zeit für sich, für Sport und Freundinnen zu haben, ist natürlich auch wichtig.

Häufig denkt man: Alle anderen kriegen all diese Bereiche perfekt hin, nur ich selbst nicht – aber das stimmt einfach nicht. Oder nur für die allerwenigsten. Ich glaube es hilft, ehrlich im Gespräch mit anderen zu bleiben, um genau das festzustellen und innerlich entlastet zu werden. Und vor allem immer wieder zu schauen, was in der eigenen Lebensphase gerade Priorität hat und in welchem Bereich man gerade keine Höchstleistung bringen kann oder mal Pause machen muss.

Deshalb ermutige ich unsere Autorinnen auch immer wieder dazu, ehrlich über ihr Leben mit Gott im Alltag zu schreiben. So wie es ist – und nicht, wie sie vielleicht denken, dass es sein müsste. Denn ich glaube es stärkt und ermutigt uns immer wieder, festzustellen, dass es den anderen ganz ähnlich geht wie uns selbst.

C: Was begeistert dich an deiner Aufgabe als Redaktionsleitung?

M: Mich begeistert tatsächlich am meisten an meinem Beruf, dass ich darüber so viele wunderbare und inspirierende Menschen über die Jahre kennenlernen durfte – ob Autorinnen, Interviewpartnerinnen, Projektpartnerinnen, Referentinnen – so viele spannende Menschen, die ich ohne diesen Job nie kennengelernt hätte.

C: Was ist ein wertvolles Learning, das du als Leiterin in den letzten Jahren gemacht hast?

M: Dass meine Kraft begrenzt ist und ich nicht alles gleichzeitig schaffe, so gerne ich es auch möchte. Und dass es in einer Phase, in der es insgesamt einfach zu viel wurde, gut war, kürzer zu treten und eine Aufgabe abzugeben, obwohl sie mir eigentlich sehr am Herzen lag.

C: Das Motto der CAMPUS WE Konferenz ist „Auf Augenhöhe”. Was war ein Moment, in dem du als Leiterin ein Miteinander auf Augenhöhe erlebt hast?

M: Von 2019 bis 2023 war ich vier Jahre lang ehrenamtlich Teil der Gemeindeleitung unserer Freikirche, die ich hier in Hamburg besuche – und mich hat begeistert, dass wir in unserem Team wirklich als Frauen und Männer, Jüngere und Ältere,Haupt- und Ehrenamtliche, wertschätzend, konstruktiv und auf Augenhöhe zusammengearbeitet haben, jede und jeder gehört wurde und wir bei strittigen Fragen so lange gemeinsam gerungen haben bis wir eine Lösung gefunden haben, mit der alle leben konnten.

C: Was ist dein persönlicher Wunsch für die Teilnehmerinnen der CAMPUS WE Konferenz in Tübingen – was möchtest du ihnen als Impuls für ihren Weg als Leiterinnen mitgeben?

M: Dass sie an diesem Tag neu für die Aufgabe oder die Herausforderung, in der sie gerade stehen, gestärkt, inspiriert und ermutigt werden. Und dass sie die Chance nutzen, andere Leiterinnen kennenzulernen und auch über den Tag hinaus mit ihnen in Verbindung zu bleiben. Gemeinsam geht alles besser!

 

Du möchtest noch mehr von Melanie hören? Dann sie unbedingt am 10. Oktober 2026 bei der CAMPUS WE Konferenz in Tübingen dabei und erlebe sie live! Alle Infos dazu findest du auf campus-we.de/campus-we-konferenz/

 

Das Interview wurde geführt von Maria W. – Projektleitung CAMPUS WE Deutschland

„Wir teilen die Sehnsucht nach einem Leib Christi, der Botschafter sein will…” mit diesen Worten startete Flo Stielper (Nationalleiter Campus) die REFLECT Konferenz 25. Unter dem Slogan „Leben mit Leuchtkraft” kamen in der zweiten Auflage der Campus internen Konferenz rund 350 Gäste zusammen. Für ein ganzes Wochenende stand dabei ein Herzensanliegen im Fokus: Herr, sende mich. Von Puschendorf in die Welt der Besuchenden, deren Sinne und Herzen bereichert wurden.

“Danke Campus für Christus Deutschland – Ich wohne in Puschendorf und bin durch Zufall auf die Konferenz aufmerksam geworden und bin nun zutiefst dankbar und im Herzen bewegt” (Helga – Eine Teilnehmerin) 

Ergriffen

Bereits am ersten Abend wurden die Herzen der Gäste bewegt. der neue, mitreißende Vision Poem weckte die Sehnsucht, das Evangelium nicht nur zu kennen, sondern zu leben und teilen. Flo Stielper ist sich sicher: Wir leben in spannenden Zeiten, doch kommt der Hunger (nach einer Gottesbegegnung) zurück in unser Land! Es braucht lediglich einen Leib Christi, der als Botschafter aktiv wird. Tobi Teichen (ICF München) machte anschließend deutlich, dass auch er die Herausforderung kennt, anderen von Jesus zu erzählen: „Ich habe kein Problem damit, vor 20.000 Leuten zu sprechen, am Gartenzaun ist es eine ganz andere Geschichte…”. Dabei könne jeder „auf seine Art” mit Menschen die gute Botschaft teilen. Wir müssen uns nur gegenseitig Mut machen, beim vermeintlichen Scheitern nicht aufzuhören, sondern dranzubleiben. Wenn wir Christen und Christinnen unsere Ängste überwinden und verstehen, dass Christus in uns lebt, würde unsere Hoffnung nach außen strahlen. Er ist davon überzeugt: „Wenn wir als Salz aktiv werden, werden Leute durstig werden” und wenn wir Gehorsam feiern, werden wir Früchte sehen. Zum Ausklang des Abends folgte dann der campuseigene Song, der zur Hymne des Wochenendes wurde: Sende mich. 

Aufgemacht

Am Samstagmorgen wurden verschiedene Sinne berührt: Während sich Freunde der Kulinarik über ein leckeres Mandelgebäck eines lokalen Bäckers erfreuen durften, gab es als Nachtisch einen Freestyle Worship von Central Arts. So facettenreich sind nicht nur die Begabungen des „Leib Christi”, sondern auch das Evangelium. Dies wurde durch weitere Gastsprecher unterstrichen. Für Patrick Knittelfelder (Home Base) stehe der Mut, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen genauso im Fokus wie die Bedeutung von Lebensvisionen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. „Wenn du deine Verletzung nicht verwandeln lässt (durch Gott), dann wirst du sie ausstrahlen.” Angelika Röhm (Hoffnungshäuser) sieht die Gastfreundschaft als Schlüssel. Für viele ihrer Bewohner sei das Hoffnungshaus zum Heimatland/-ort geworden. „Zu Hause sein ist Evangelium”, unterstreicht sie. 

Ausgesprochen

Am Nachmittag ging es verstärkt um die Kommunikation des Evangeliums. Prof. Dr. Klaussen (Evangelische Hochschule Tabor) sieht das Evangelium als etwas, das Gott tut  – und dennoch benötigt es uns Christen. „Wenn wir nicht mit Leidenschaft davon reden, reden wir nicht vom Evangelium”, argumentiert der Theologe. Am Ende sei das Leben als Christ zwar nicht immer einfach, doch helfe Jesus im Leben enorm. In anschließenden Workshops gab es die Möglichkeit, tiefer in Themen rund um Evangelium und Kommunikation einzutauchen. Wer mochte, konnte auch einfach die verschiedenen Campus Stände bewundern, welche die bunte Bandbreite der CAMPUS Ministries und ihrer Arbeit erlebbar machten.

Vorgezeigt

Spätestens am Samstagabend wurde die Motivation der Zuhörenden geweckt, selbst aktiv zu werden und das Evangelium praktisch werden zu lassen. Neben einer Vielzahl musikalischer Acts gab es ein Mosaik aus Geschichten von Menschen, die selbst vom Licht des Evangeliums angezogen wurden oder missionarisch unterwegs sind. Flo Stielper rundete den Abend mit einer Einladung zur Einheit „als unsere erste missionarische Handlung” ab. „Wie bist du Licht in dieser Welt?” war eine Fragestellung, „Wie lebst du das Evangelium?” eine andere. Der CAMPUS Deutschland Chef ist davon überzeugt, dass Aufmerksamkeit der Schlüssel zu den Menschen ist. Es liege an uns, mit offenen Herzen und Augen durchs Leben zu gehen.

Selbstbewusst

Den Abschluss der Konferenz bildeten Andreas „Boppi“ Boppart (Campus für Christus Schweiz) sowie eine Botschafterin aus Simbabwe, die beide authentische Beispiele dafür nannten, wie ein selbst-bewusstes Leben mit Gott aussehen kann. Dabei gehe es „nicht um unsere Konfession, sondern darum, christusähnlicher zu werden”. Im Kern waren sie sich beide einig:Wenn wir die Haltung der Konferenz „Sende mich” leben, können wir ein Leben mit Leuchtkraft führen. 

David M. – Mitarbeiter PRO11 & Projektleiter CAMPUS FSJ