(Neu) verliebt nach 36 Fragen

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Kann man zwei wildfremde Menschen dazu bringen, sich ineinander zu verlieben?

Diese spannende Frage stellte sich der Psychologe Dr. Aron. Nach langer Forschung fand er tatsächlich einen Weg, Nähe und romantische Gefühle zwischen zwei Personen entstehen zu lassen.

Sein Experiment war ziemlich einfach: Eine Frau und ein Mann, die sich nicht kannten, setzten sich einander gegenüber. Sie hatten 45 Minuten Zeit, um sich gegenseitig 36 Fragen zu beantworten. Schließlich mussten sie sich noch 4 Minuten lang schweigend in die Augen schauen.

Die Fragen:

Der Fragenkatalog beginnt harmlos: „Wenn du dir eine Person auf der Welt aussuchen könntest: Wen hättest du gerne als Gast zum Abendessen?“ „Wärst du gern berühmt und wofür?“ Aber ziemlich schnell wurde es immer persönlicher: „Gibt es etwas, von dem du schon lange träumst?“ „Warum hast du es noch nicht getan?“ „Was bedeutet Freundschaft für dich?“ Hier musste man sich also entscheiden, ob man dieser fremden Person tatsächlich ehrlich Einblick ins eigene Leben geben will oder nicht. Am Ende kommen zu den Selbstoffenbarungsfragen auch noch beziehungsfördernde Aufgaben dazu: „Sag deinem Gegenüber, was du an ihm magst. Sei ehrlich und sag auch Dinge, die du normalerweise nicht zu jemandem sagen würdest, den du gerade kennengelernt hast.“

Die meisten der 36 Fragen zielen darauf ab, sich dem anderen zu öffnen und etwas von sich preiszugeben. Denn die Studie basierte auf der Annahme, dass durch das Preisgeben sehr persönlicher Informationen eine starke emotionale Bindung zwischen zwei Menschen aufgebaut werden kann. Woraus dann wiederum Verliebtheitsgefühle entstehen können.

Bei einer Vielzahl von Dr. Arons Probanden entstanden diese Gefühle tatsächlich. Ein Paar gab sich 6 Monate später sogar das Jawort! Und auch die, die sich nicht gerade Hals über Kopf verliebt hatten, fühlten sich nach dem Gespräch zumindest deutlich mehr zueinander hingezogen als vorher.

Was bedeutet das?

Dieses Experiment zeigt, dass Liebe kein Zufall ist. Liebe ist mehr als ein mysteriöses Gefühl, das einen schicksalshaft überkommt und sich dann plötzlich wieder aus dem Staub macht, ohne dass ich irgendetwas dafür oder dagegen tun kann. Das heißt, ich habe Einfluss auf „die Schmetterlinge im Bauch“. Dr. Aron hat bewiesen, dass Liebe auch mit unserem Handeln zu tun hat und dass wir sie gezielt nähren können.

Die 36 Fragen und weitere spannende Beziehungsimpulse als Podcast oder Blog von FAMILYLIFE findest du hier: familylife.de/FIVE